3. FX-Instrumente Teil 2

Druckversion Druckversion

home / aci-diploma / skript / fx2

Stichworte

Bücher

3.3 Devisenoptionen

Terminologie

Geschäftsarten Definition Anwendung
LONG CALL Recht zu kaufen Importeur, Schicherung einer Short Position
SHORT CALL Pflicht zu verkaufen bestehende Long Position Einstand verbilligen (Prämie)
LONG PUT Recht zu verkaufen Exporteur, Sicherung einer Long Position
SHORT PUT Pflicht zu kaufen bei lfd. Währungsbedarf Einstand verbilligen (Prämie)

Ausübung:

amerikanische (jederzeit während der Laufzeit)
europäische (nur am Ende/Verfallstag)
Basispreis = Strike
Kurs des Basiswerts = Aktueller Kurs
Am Geld (at the money / ATM) , Basispreis nahe aktueller Kurs
Im Geld (in the money / ITM) , Basispreis "besser" als aktueller Kurs
Aus dem Geld (out of the money / OTM) , Basispreis "schlechter" als aktueller Kurs
bei europäischer Option Terminkurs maßgeblich ! -> ATM / ITM / OTM -Forward

Daten:

Premium-payment-date (Handelstag + 2), Zahlung der Prämie
Excercise-day (Ausübungstag)
Expiration-day (Verfallstag), letzter Ausübungstag
Settlement-day (Liefertag, Excerciceday +2)

Einflußfaktoren:

  • Innerer Wert
    Differenz zwischen Terminkurs – Basispreis (
    Terminkurs bei amerikanischen Optionen akueller Spot)
  • Zeitwert (Prämie minus innerer Wert)
    am höchsten: "At the Money",lange Laufzeit
  • Laufzeit
  • Volatilität (Ausmaß der erwarteten Kursschwankungen)

3.3.2.2 Gewinn- und Verlust Profile I

Long Call
longcall.gif (379 Byte)
profitiert von steigenden Kursen
Short Call
shortcall.gif (371 Byte)
profitiert von unveränderten oder fallenden Kursen
Long Put
longput.gif (385 Byte)
profitiert von fallenden Kursen
Short Put
shortput.gif (372 Byte)
profitiert von leicht steigenden Kursen
Long Call + Short Put = Long Basiswert
Quelle Diagramme: www.reulen.de

3.3.2.2 Gewinn- und Verlust Profile II

Long Straddle
longstraddle.gif (470 Byte)
Kauf Call und Kauf Put,
gleiche Laufzeit ,gleicher Strike
profitiert von steigender Volatilität
Short Straddle
shortstraddle.gif (447 Byte)
Verkauf Call und Verkauf Put,
gleiche Laufzeit, gleicher Strike
profitiert von sinkender Volatilität
Long Strangle
longstrangle.gif (429 Byte)
Kauf Call und Kauf Put,
gleiche Laufzeit, unterschiedliche Strikes
profitiert von steigender Volatilität
Short Strangle
shortstrangle.gif (404 Byte)
Verkauf Call und Verkauf Put,
gleiche Laufzeit, unterschiedliche Strikes
profitiert von stark Volatilität
Bull (Price) Spread
bullspread.gif (368 Byte)
Kauf Call (in the money)
und Verkauf Call (out of the money),
gleiche Laufzeit, unterschiedliche Strikes
profitiert von leicht steigenden Kursen
Bear (Price) Spread
bearspread.gif (366 Byte)
Kauf Put und Verkauf Put,
gleiche Laufzeit , unterschiedliche Strikes
profitiert von leicht sinkenden Kurse

Quelle Diagramme: www.reulen.de

3.3.3 Options-Pricing

  • Optionspreismodelle -> bestimmen den Preis einer Option als Funktion von beobachtbaren
    Variablen wie Preis des Basiswertes, Volatilität, Ausübungspreis, Laufzeit und Zinssatz
  • Call-Put Parität F6 (achte auf Eingabe in Pfg/Cent, Kommasetzung)
    Bestimmung des Preises eines Puts über den Call Preis und vice versa
  • Theoretischer Kauf eines Puts über Call/Put Parität :
    Kauf eines Calls und Verkauf des Basiswertes (Voraussetzung: europäische Option)
    Aus Call- und Putprämie kann man über Call/Putparitätsformel
    F6 den Basispreis errechnen
    (Tage 360/360, 0% Zinssatz)

3.3.4 Risikofaktoren

  • Volatilität
    mißt die Unsicherheit von zukünftigen Kursschwankungen, die Richtung ist dabei unrelevant.
    Volatilität ist der einzige Faktor in der Optionsformel, der nicht bestimmt ist, sondern zukünftige
    Erwartungen widerspiegelt.

Faktoren, die den Optionspreis während der Laufzeit beeinflussen:

  • Delta (wird in Prozent angegeben)
    mißt die Änderung des Optionspreises unter der Annahme einer kleinen Änderung im Preis des
    Basiswertes. Das Delta kann Werte zwischen -1 (Put)und +1(Call) annehmen
    (Ein Call mit einem Delta von 1 heißt, daß der Wert des Calls sich um eine Einheit erhöht, wenn sich
    der Basispreis um eine Einheit erhöht, bei short Call kauf , bei long Call verkauf in der Kasse als Hedge)
  • Am Stärksten: Im Geld, Kurze Laufzeit
    Call in the money = +1,0 Delta
    Call at the money = +0,5 Delta
    Call out of the money = 0 Delta

Eine gehedgete, deltaneutrale Position ist immer ein "Straddle" ,dann ist es wichtig wie das
Gamma aussieht (long gut für Bewegung)

  • Gamma (Angabe in absoluter Größe)
    zeigt die erwartete Änderung im Delta bei einer kleinen Änderung im Basiswert
  • Kenngröße, die die Stabilität vom Delta bemißt

    Am Stärksten: Am Geld, Kurze Laufzeit

  • Theta
    mißt Änderung des Optionspreises im Zeitablauf, mißt Zeitverfall
  • ein positives Theta bedeutet, daß der Wert der Option sich im Zeitablauf verbessert

    Am Stärksten: Am Geld, Kurze Laufzeit

  • Vega (Kappa)
    mißt, wie eine Veränderung der Volatilität den Optionspreis verändert
    eine der wichtigsten Einflußfaktoren der Optionspreise ist die Volatilität
    ein positives Vega sagt aus, daß die Optionsposition sich verbessert, wenn die Volatilität im Markt
    ansteigt

    Am Stärksten: Am Geld, Lange Laufzeit

  • Epsilon (Rho)
    Zeigt an, wie sich der Wert der Option ( oder des Optionsportefeuilles ) verändert, wenn sich die Zinsen
    der Gegenwährung ändern

Am Stärksten: Im Geld, Lange Laufzeit

Zusammenfassung
Faktoren Delta Gamma Theta Vega Epsylon/Rho
Vorzeichen Call Put Call Put Call Put Call Put Call Put
Long Optionen

+

-

+

+

-

-

+

+

+

-

Short Optionen

-

+

-

-

+

+

-

-

-

+

Am Stärksten

Im Geld

Am Geld

Am Geld

Am Geld

Im Geld

Kurze Lfz.

Kurze Lfz.

Kurze Lfz.

Lange Lfz.

Lange Lfz.

3.3.5 Übersicht exotische Optionen

  • Average-rate-Option / Weighted-rate-Option (ARO) / Asian Option
    innerer Wert = Differenz zw. Ausübungspreis und Durchschnitt der maßgeblichen Kassakurse
  • Compound Option
    Option auf eine Standardoption
  • Down-and-out-Call-Option / Up-and-out-Put-Option (Knock-out-Barrier-Optionen)
    verfällt sofort bei Ereichen eines bestimmten Kursniveaus
  • Alternative (Dual) Option
    das Recht eine von zwei Währungen gegen die Basiswährung zu kaufen / verkaufen
  • Look-Back-Option
    bei Verfall Auszahlungen der Differenz zw. Kurs am Verfalltag und Höchstkurs(
    Put) bzw. Tiefstkurs(Call)
  • Contingent-Option
    Prämie wird nur gezahlt, wenn die Option in the money endet
  • Ladder-Option
    Verschiebung des Basispreises zu Gunsten des Käufers bei Erreichen eines bestimmten Kursniveaus
    (Basispreis bei Put verschiebt sich nach oben, wenn Preis des Basiswertes auf ein bestimmtes Nievau steigt)
  • Deferred Strike-Option
    erlaubt dem Käufer den Basispreis während der Laufzeit zu fixieren
  • Basket-Option
    Option auf ein Bündel von Basiswerten
  • Lock-in Option
    Option, bei der ein gewisser Profit, wird er einmal erreicht, bis zum Verfall garantiert wird
  • Better-of-Option
    Option auf mehrere Basiswerte, Auszahlung auf Basiswert mit der höchsten Performance
  • Chooser-Option
    der Käufer kann am Chooser Datum bestimmen ob die Option eine Call oder Put Option ist
  • Knock-in-Option (Kick-in-the-end-Option)
    beginnt erst bei Ereichen eines bestimmten Kursniveaus
  • Rebate-Option
    bereits bezahlte Prämie wird bei Ereichen eines bestimmten Kursniveaus zurückbezahlt
    und die Option verfällt
  • Hamsteroptionen
    Bandbreitenoption, bei der der Käufer für jeden Stichtag während der Laufzeit, an dem der
    Basiswert innerhalb der Bandbreite notiert, am Verfallstag einen bestimmten Geldbetrag erhält
  • Digitale Optionen
    Käufer erhält einen festen Betrag aus der Option, wenn diese am Verfallstag in the money ist

[zurück zu Teil 1]

Währungsoptionen
Gerald Spies

Deviseneigenhandel der Geschäftsbanken
Michael Wolgast

Währungsrisiken, Währungsmanagement und Devisenkurssicherung von Unternehmungen
Guido Eilenberger

Trading mit Optionen und Futures
Joe Ross

Stichworte

Links

 

Risk Reversal

zumthema.gif (161 Byte) Ein Risk Reversal besteht aus einer „Aus-dem-Geld"-Kaufoption, die erworben wird und einer „Aus-dem-Geld"-Verkaufsoption, die parallel dazu veräußert wird. Beide Optionen verfallen zum gleichen Termin und lauten auf Ausübungspreise, deren prozentualer Abstand vom Terminkurs zum Zeitpunkt der Vertragsausstellung gleich groß ist. Aus dem Marktpreis des Risk Reversals kann abgeleitet werden, ob die Marktteilnehmer Auf- und Abwertungspotenziale des Wechselkurses symmetrisch einschätzen.

Buba Oktober 2001]

Link Finance Trainer:
"OPTIONS-STRATEGIE
RISK REVERSAL
"

Quelle: Finance Trainer

13.01.2002