6. Notenbankpolitik

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6.1 Instrumente und Techniken
  • Hauptaufgabe: möglichst stabiles Preisniveau (Voraussetzung: funktionierendes Zahlungsverkehrssystem Artikel 3, ESZB Satzung)
  • Mit Devisentermingeschäften versucht die Notenbank, größeren Kursbewegungen entgegen zusetzen
  • Notenbanken intervenieren z.B. bei hohen Importen um ein Absinken der Heimatwährung zu verhindern
  • Diskontpolitik wird von der Fed und nicht von der EZB genutzt

6.1.1 Währungsreservepolitik

Bestandteile der nation. Währungsreserve: Devisen, Gold; Sonderziehungsrechte (IWF)
Aufgabe: unerwünschte Auswirkungen exessiver Devisenzu- & abflüsse zu verhindern

6.1.2 Refinanzierungspolitik

6.1.2.1 Diskontpolitik
Recht der Notenbanken von Geschäftsbanken Wechsel zum Diskontsatz anzukaufen
traditionell niedrigster Refinazierungssatz ,eine Art Subventionselement
eine Art untere Grenze für Monats- und Dreimonatsgeld

6.1.2.2 Lombardpolitik
verzinsliche Darlehen gegen Verpfändung von best. Sicherheiten (in D. bis 3 Monate)
grundsätzlich nur zur kurzfristigen Überbrückung eines vorübergehenden Liquiditätsbedarfs
eine Art obere Grenze für den Tagesgeldsatz
Fazilitäten ersetzen bei der EZB die Bedeutung des Diskont- und Lombardsatzes

  • Overnightliquidität kann gegen refinanzierungsfähige Sicherheiten von der EZB bereitgestellt werden.
    Dieser Zins bildet die Obergrenze des Tagesgeldes
  • Liquidität kann bei der EZB angelegt werden. Zins bildet Tagesgelduntergrenze

6.1.3 Mindestreservepolitik

Verpflichtung einen Teil der Einlagen als Guthaben bei der Zentralbank zu unterhalten
diente ursprünglich der Liquiditätissicherung der Kundeneinlagen
Guthaben über die erforderlichen Mindestreserven hinaus werden nicht verzinst

6.1.3.2 Liquiditätispolitische Aspekte

Ausmaß der Geldschöpfung der Banken unter Kontrolle zu halten
Kompensation von Vorgängen mit denen eine Zentralbankgeldbeschaffung bzw.
-vernichtung verbunden ist(z.B. Deviseninterventionen)
Zinswirkung: Erhöhung verteuert die Einlagen der Banken

6.1.4 Offenmarktpolitik

Kauf und Verkauf durch die Zentralbank von Wertpapieren auf eigene Rechnung am offenen Markt
in Form von Wertpapierpensionsgeschäften (inzwischen wichtigstes Intrument der Zentralbankgeld-
bereitstellung) zum sogenannten "dritten Leitzins", i.d.R. zwischen Lombadsatz und Diskontsatz

Mengentender: Zins fest vorgegeben,
Möglichkeit der Notenbank dem Markt in Phasen der Zinsunsicherheit Zinssignal zu geben

Zinstender:
Banken haben hier die Möglichkeit neben dem Volumen auch den Zinssatz zu nennen,
zu dem sie bereit sind Pensionsgeschäft abzuschließen

  • Holländischer Tender -> Zuteilung bei einheitlichem Bietungssatz
  • Amerikanischer Tender -> Zuteilung zum von der Bank jeweils angegebenen Satz.
                                          Kein einheitlicher Satz!

6.1.5 Devisenmarkttransaktionen

Swapgeschäfte: Kopplung von Kassa- und Termingeschäft, Swapsatz stellt Zinsäquivalent dar
Outrightgeschäfte: geräuschlos, da mittelbare Wirkung auf den Kassamarkt
flexible Gestaltung im Hinblick auf Laufzeit und Volumen

Devisenpensionsgeschäfte (Übertragung des Herausgabeanspruchs auf Auslandsaktiva der
Bundesbank, meißt US-T bills, die von Banken gekauft werden und so ihre Zentralbankguthaben
erhöhen)

6.2 Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ)

  • gegründert 1930 in Basel von Belgien, Deutschland, Frankreich, England, Italien, Schweiz und Japan
  • Nominalkapital gehalten von: allen europäischen Zentralbanken sowie Australiens, Japans, Kanadas,
    Südafrikas und der USA
  • Zweck: die Zusammenarbeit der Zentralbanken zu fördern, neue Möglichkeiten der intern.
    Finanzgeschäfte zu schaffen und als Treuhänder zu wirken
  • Fungiert als Clearingbank der Notenbanken
  • Geschäftspolitik darf der Währungspolitk der einzelnen Zentralbanken nicht entgegenwirken

Organe: Verwaltungsrat (ernennt Präsident und Generaldirektor), Generalversammlung

zulässige Geschäfte:
Gold- und Devisengeschäfte, Verwahrung von Gold, Kauf und Verkauf börsengängiger Wertpapiere
(außer Aktien)

unzulässige Geschäfte:
Notenausgabe, Aktzepieren von Wechseln und Gewährung von Krediten an Regierungen

Europäische Institutionen:

  • Europäisches Währungsinsitut ( EWI )
    1994 mit Beginn der 2. Stufe der EWWU,Sitz Frankfurt/Main
    Koordinationsaufgaben, Vorbereitung des regulatorischen, organisatorischen und
    logistischen Rahmen für da ESZB

6.3 Europäisches System der Zentralbanken ( ESZB )

besteht aus der Europäischen Zentralbank und den Zentralbanken der Mitgliedsstaaten
nimmt die Hoheitsrechte im Bereich der Geld- und Währungspolitk wahr

Aufgaben:

  • Ausführung der Geldpolitik,
  • Durchführung der Devisengeschäfte,
  • Haltung und Vewahrung der Währungsreserven,
  • Föderung des reibungslosen Funktionieren der Zahlungsverkehrssysteme
  • Beratungs- und Informationsfunktion, zentrales Entscheidungsorgan ist der Rat der EZB

Handelungsrahmen:

Offenmarktgeschäfte
Ständige Fazilitäten (Einlagen- und Spitzenrefinazierungsfazilitäten)
Mindestreserve
->die endgültige Festlegung erfolgt durch die Teilnehmer an der EWWU !

Merkmale internationaler Notenbanken

 

Organe

Hauptaufgaben
und Ziele

Staatlicher Einfluß

Geld- und währungs-
politische Ziele

Mindest-
reserve

Instrumente zur Steuerung des Markts

Grobsteuerung

Feinsteuerung

Federal Reserve System Federal Open Market Committee (FOMC) Förderung des Wirtschafts-
wachstums unter Wahrung einer angemessennen Preisstabilität
Kein Einfluß "Multiindikatoren
ansatz"

Ja

Outright-Offen- marktgeschäfte (seasonal adjustments) Repos
"Discount-window"
Reserve Repos
Bank of Japan Policy Board
Executive Organ
Beitrag zur stetigen Entwicklung der Wirtschaft Weitreichender Einfluß des Finanz- ministeriums M2 + CDs + Einlagen + SV

Ja

Wechseldiskont Interbank-
operationen
Repos
Outright-
Offenmarkt-
geschäfte
Reverse Repos
EZB Zentral-
bankrat
Währungssicherung
Preisstabilität
Aufrechterhaltung Zahlungsverkehr
Kein Einfluß M3*
Inflation 2%

Ja
Verzinst

Emission Schuldverschreibung
Befrist.Transaktionen
Standardtender
Outrightgeschäfte
Bilaterale Geschäfte
Lombardkredit
Schnelltender;
Devisenswaps
Befrist.Pensions-
geschäfte
Schatzwechsel-
abgaben
Bank of England Governor
Executive Directors
Court of Directors
Gesamtwirtschaftl. Gleichgewicht, insbesondere Geldwertstablität Weisungs- befugnis des Schatzamtes Direktes Inflationsziel

Nein

Gilt-Repo
Secured loan facility
Outright-
Offenmarkt-
operationen
Repos
Borrowing facilities
Schweizer National Bank General- versammlung
Direktorium

Bankbe-
hörden

eine dem Gesamtinteresse des Landes dienende Kredit- und Währungspolitk Gegenseitige Abstimmung der Maßnahmen Notenbankgeldmenge zur Zeit nicht benutzt Devisenswaps
Outright-Offen- marktgeschäfte
Kassenliquidität
Lombardkredit
Verlagerung von Termineinlagen des Bundes
Swaps in Geldmarktbuch-
forderungen

Nicht alle Notenbanken sind unabhängig vom Staat !

Zu den Schweizer Bankbehörden gehören:

  • Lokalkommission
  • Bankenausschuß
  • Revisionskommission

EZB Ratsmitglieder werden auf 8 Jahre gewählt

Handel und Kursbildung am Devisenmarkt
P. Fischer-Erlach

Greenspann, der Dirigent der Weltwirtschaft
Greenspann, der Dirigent der Weltwirtschaft
Bob Woodward

Schwager on Futures - Fundamental Analyse
Schwager on Futures
Fundamental Analyse
Jack D. Schwager

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Riksbank, Sweden
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Reserve Bank of New Zealand
Reserve Bank of Australia
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Quelle: 4castweb.com

Quelle: Finance Trainer

08.12.2002